Chronik

Hier versammeln wir einige Beispiele unserer Aktionen. Angehängt sind, so vorhanden, Medien zum Thema. Es handelt sich um eine Übersicht der größeren öffentlichen Aktionen; Anrufe bei Vermieter*innen, nicht-öffentliche Begleitungen zum Gericht und kleine und große Beratungen sowie erste Gehversuche neuer Aktionsformen bilden den Alltag des Mieter*innen-Widerstands. Sie sind die Basis unserer Arbeit und viele Kündigungen und sogar Räumungen können so bereits abgewehrt werden.

Wir hoffen ihr fühlt euch inspiriert und ermutigt durch diese Beispiele.

Wir bleiben alle wohnen!

Januar 2019/ Oldenburg: Erste Zwangsräumung verhindert!

Anfang 2019 stellten wir uns der Zwangsräumung eines Mieters der teilstädtischen GSG in Oldenburg entgegen. Ergebnis: Die Nordwest-Zeitung berichtete ausführlich über Zwangsräumungen in Oldenburg. Der Betroffene bekam Aufschub, konnte sich eine neue Wohnung organisieren. Unser erster öffentlicher Erfolg.

NWZ: “Wirbel um Zwangsräumungen”

NWZ: “Eine Zwangsräumung ist immer das letzte Mittel”

Februar 2019/ Bremen Nord: Zweite Zwangsräumung verhindert…

Mitte Februar verhinderten wir die zweite Zwangsräumung eines Mieters von Brebau in Bremen-Vegesack. Die Aktion bekam ein großes Medienecho.

Taz: “Zwangsräumungen in Bremen”

… drei Tage später: Räumung mit Großaufgebot der Polizei

Zwei Tage später hatte der Mieter erneut einen Räumungstitel im Briefkasten. Drei Tage nach der verhinderten Zwangsräumung rückte die Staatsmacht noch einmal an – diesmal mit Großaufgebot der Polizei, um eine leere Wohnung zu stürmen. Offenbar soll klar gemacht werden: Für die Durchsetzung von Zwangsräumungen reagiert die Stadt schnell und mit maximaler Härte.

Taz: “Räumung mit Hundertschaft”

Weser Kurier: “Spezialkräfte Räumen Wohnung in Vegesack”

Sommer 2019/ Sebaldsbrück: John muss bleiben!

John hatte Streit mit einem Teil der Nachbarschaft, vor Allem mit einer Frau und ihrem Partner, die ihn rassistisch anfeindeten und auch körperlich angriffen, so trat der Partner ihm die Tür ein, die nie repariert wurde. Die Schuld an den Auseinandersetzungen gab die Genossenschaft ESPABAU ihm.
Es wurde mehrfach versucht den Betroffenen zu kündigen, unter verschiedenen Vorwänden.
Eine erste Gerichtsverhandlung Ende August wurde einen Tag vorher abgesagt, nachdem wir öffentlich verkündet hatten, ihn dorthin zu begleiten.

Als die Verhandlung doch stattfand, war der Gerichtssaal brechend voll mit Unterstützer*innen. Das Ge­richt entschied zugunsten des Betroffenen. Die Presse war vor Ort.

Taz: “Mieter unter Schikane”

Ende 2020/ Bremen: LINKE ist Fan, CDU entsetzt

2020 hoben die Vorsitzenden der Bremer LINKEN in einem Interview das Bündnis als positives Bei­spiel zivilgesellschaftlichen Widerstandes hervor. Die CDU antwortete mit einer kleinen Anfrage an den Senat, die eine permanente Bedrohung von Gerichts-vollziehern durch “linke Gewalt”, unter anderem durch das Bündnis unterstellt. Die Antwort des Senats zeigt auf, dass es in den Jahren 2015-2019 jedes Jahr um die 800 Räumungsverfahren in Bremen gab.

Weser Kurier: “Gewalttätiger Widerstand – Die Doppelspitze der Linken im Interview”

Kleine Anfrage: “Wie gefährdet sind Gerichtsvollzieher/ Gerichtsvollzieherinnen im Land Bremen”

Januar 2020/ Bremen: Pandemie? Räumungsstopp!

Wir bedanken uns für die Blumen der Linkspartei – lieber als warme Worte hätten wir jedoch einen Räumungsstopp! Das Bündnis antwortete Anfang 2021 auf den parlamentarischen Schlagabtausch mit einer kleinen Aktion vor dem Amtsgericht, bei der eine Mauer aus Umzugskartons errichtet wurde. Etwa fünfzig Aktivist*innen nahmen teil. Währenddessen wurden im Gericht zwei Räumungsverfahren verhandelt.

Video: “Gerichtsvollzier*innen in’s Homeoffice”

Aktion gegen Zwangsräumungen in der Pandemie vor dem Amtsgericht

Anfang 2021/ Huchting: Nebyat muss bleiben! Solidarität mit ADLER-Mieterinnen!*

Nebyat lebt in Huchting bei dem Wohnungskonzern ADLER. In Bremen ist ADLER nicht so bekannt wie ähnliche betrügerische börsennotierte Konzerne, deutschlandweit jedoch ein großer Player. Das Prinzip: Menschen, die aus – zumeist rassistischen – Gründen anderswo keinen Wohnung bekommen und sich schlecht wehren können maximal ausnehmen. Der Hausmeister kommt nicht, es gibt in den Wohnungen Feuchtigkeit, Schimmel und Ungeziefer, bei den Nebenkosten wird betrogen. Nebyat wehrte sich gegen horrende und ungerechtfertigte Nebenkosten – und wurde gekündigt. 
Wir führten Mieter*innenversammlungen durch, verfassten Beschwerdebriefe an ADLER und riefen öffentlich dazu auf, Nebyat bei Gericht zu begleiten. Die Kündigung wurde zurückgezogen.

Taz: “Nebyat T. darf bleiben”

Februar 2021/ Bahnhofsvorstadt: Illegale Räumung abgewendet

Ein Vermieter kündigte seinem Mieter per Brief an, innerhalb von drei Tagen hätte er seine Wohnung in der Bremer Bahnhofsvorstadt zu räumen. Hausmeister und ein*e Makler*in würden am frühen Sonntagabend persönlich kommen und ihn aus seiner Wohnung schmeißen. Tatsächlich gibt es aber weder ein Gerichtsverfahren noch liegt ein Räumungstitel vor. Wir versammelten uns mit einigen solidarischen Personen vor der Wohnung – an diesem Tag kam niemand zur Wohnung.

Juli 2021/ Viertel: Räumung von Udo

Udo wurde gekündigt – nicht, weil er Miete nicht gezahlt hätte, sondern weil er angeblich Handwerker nicht in die Wohnung ließ, die für Instandhaltungsarbeiten gekommen sein sollen. Der Vermieter: Mueller & Bremermann, ein Wohnungsunternehmen in privater Hand. Zu seiner anstehenden Zwangsräumung kamen viele Menschen, die ihre Solidarität ausdrückten: Etwa siebzig Aktivist*innen und Mieter*innen – Nachbar*innen in umliegenden Wohnungen, Cafés und Imbissen drückten ihre Solidarität aus. Die Linkspartei entsandte eine parlamentarische Beobachterin. Am Ende zeigte der Innensenator auch hier, dass das Eigentumsrecht von Vermieter*innen mehr gilt als das Schicksal eines Menschen, der auf der Straße landet. Dennoch: Udo bekam breite Solidarität und wir konnten das Thema Zwangsräumung in der Stadt in die öffentliche Diskussion bringen.

Videobericht der Basisgruppe Antifa

Buten un Binnen: “Polizeieinsatz wegen Zwangsräumung im Bremer Viertel”

Buten un Binnen: “Reaktionen auf Räumungsprotest”

Taz “Protest gegen Wohnen als Ware”

Oktober 2021/ Viertel: Besuch bei Vermieter

Circa fünfzig Aktivist*innen folgten unserem Aufruf, in der Straße eines Privatvermieters eine Kundgebung abzuhalten. Dieser will seinen Mieter, der lange vor dem Erwerb der Wohnung dort gewohnt hatte, mittels Eigenbedarfskündigung vor die Tür setzen. Wir zeigen auch Privatvermieter*innen: Die Mieter*innen wehren sich, zieht euch warm an!

Videobericht von der Aktion

Februar 2022/ Amtsgericht: Protest gegen Eigenbedarf

Derselbe Vermieter, in dessen Straße wir bereits einmal protestiert hatten, versuchte weiterhin, seinen Mieter E. los zu werden. Wir begleiteten E. bei seiner Gerichtsverhandlung mit einer Kundgebung. Etwa fünfzig Menschen zeigen vor und im Amtsgericht ihre Solidarität. Der Eigenbedarf war zweifelhaft – der Vermieter hatte unter anderem angeboten, E. könne bei Verdoppelung der Miete länger wohnen bleiben. Das Gericht setzte das Verfahren bis auf weiteres aus.

Taz: “Zwangsräumung vor Bremer Gericht”

Weser Kurier: “Demonstration vor dem Bremer Amtsgericht”

Februar 2022/ Nochmal Amtsgericht: Gemeinsam gegen Vonovia

Gemeinsam mit der Stadtteilgewerkschaft Solidarisch in Gröpelingen protestierten wir vor dem Amtsgericht gegen die Vonovia: Die versuchte, ihren Mieter Matthias F. zu kündigen. Er hatte eine Zeit lang keine Miete mehr gezahlt, weil seine Wohnung wegen diverser Wasserschäden unbewohnbar geworden war. Kleidung, persönliche Gegenstände, Möbel wurden durch Schimmel zerstört. Das Vorgehen der Vonovia ist Teil einer Strategie, Mieter*innen ehemaliger Sozialwohnungen zu vergraulen. Die Kündigung wurde zurückgezogen.

Buten un Binnen: “Bremer machen sich gegen Wohnungsgesellschaft Vonovia stark”

Taz: “Doppelt gekniffen”